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Ausufernde Rechtsprechung?

Stimmt es, dass sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) zunehmend in die Angelegenheiten der Schweiz einmischt?
Wird die Schweiz häufiger verurteilt, als früher? 

Seit die Schweiz 1974 die EMRK ratifiziert hat, stellte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) nur in 1,6 Prozent der Fälle eine Verletzung fest. Konkret heisst das, dass die Schweiz seit 1974 in rund 90 Fällen verurteilt worden ist. Die Schweiz ist gut auf Kurs in Sachen Menschenrechte. Das liegt auch an der guten Arbeit des Bundesgerichts und aller tieferen Behörden. Alle Schweizer Behörden müssen die EMRK anwenden.

2010 trat das Zusatzprotokoll Nr. 14 zur EMRK in Kraft, welches stark zur Entlastung des Gerichtshof beigetragen hat. So konnten in den letzten Jahren sehr viele Fälle bearbeitet werden, auch aus der Schweiz. Die höhere Zahl an Urteilen ist also auf die effizientere Arbeitsweise des Gerichtshofs zurück zu führen. Eine Entwicklung, die sehr positiv ist. Denn so müssen Kläger und Klägerinnen nur noch 2-3 Jahre auf einen Entscheid warten. Früher dauerte es 4-5 Jahre.